Charles Bukowski

Die Einsamkeit nach Feierabend
 

Nach der Arbeit
besorgst du dir zwei
Sechserpackungen
pfeifst auf das Abendessen
gehst in deine Wohnung
ziehst dich aus bis auf die Unterhose
schmeißt deine Kleider
auf den Boden
nichts mit duschen
oder baden
stopftst dir das Kisssen
in den Rücken
knackst die erste große
Dose Bier und machst Dir
eine Zigarette an.
Nichts zu tun, niemand
mit dem du reden kannst.
Du starrst die Tapete an
das schmutzige Geschirr
von gestern im Spülbecken
du schaust aus dem Fenster
während es im Zimmer
dunkler wird und
machst die nächste Dose
Bier auf.
Keine Frau
kein Fernseher
keine Kinder.
Du sitzt da, in der
Unterhose und
trinkst Bier,
allein.

Alles ist weg:
der Vorarbeiter
die Stechuhr
die Verkäuferinnen
im Laden
die Zeitung
die Imbißbuden.

Das Telefon klingelt
du hörst ihm zu
und wartest
wartest

bis es aufhört.

Das nächste Bier.

Du hörst den Atem
durch deine Nasenlöcher
pfeifen

wackelst mit dem rechten
großen Zeh

siehst ihm
zu.
 
 

aus: Charles Bukowski: Gedichte vom südlichen Ende der Couch